;
...bis zum Schützenfest

 

Hol Dir die kostenlose SchützenfestApp!

 

 

 

Der Schützenpark in Bremervörde

Der Schützenpark - Ein Platz zum Feiern und auch der Ruhe

Der vereinseigene Schützenpark am Rande unserer Ostestadt ist der Stolz der Schützengesellschaft. Inmitten eines herrlichen mit alten Bäumen bewachsenen, 5 ha grossen Areals, steht das Denkmal von August Kohlmann, dem Begründer des Schützenparks. Ein grosser Festplatz bietet in jedem Jahr genügend Platz um während des Bremervörder Schützenfestes nicht nur das grosse Festzelt, sondern auch noch zahlreiche Schausteller aufzunehmen. Von hier aus blickt man vorbei am August-Kohlmann-Denkmal direkt auf unsere Schießsportanlage. Neben unserem Vereinsheim, der Olympiahalle, mit ihren innenliegenden Schießbahnen befinden sich noch weitere Außenschießbahnen.

 

Der Schützenpark wird nicht nur durch die Mitglieder der Schützengesellschaft genutzt, er bietet auch den Bremervörder Bürgern mit seinen vielen Sitzgelegenheiten einen Platz der Ruhe und Besinnlichkeit.

Die Enstehung des Schützenparks

Die Bremervörder Schützen feierten seit 1843 ihre Schützenfeste im „Horner Holz“ an der Walkmühle. Ein weiter Weg, wenn man bedenkt, dass die Schützen vorher schon einen Marsch durch die Neue Straße, die Dammstraße, Alte Straße und den Großen Platz gemacht haben.

 

Aber es ist nicht nur ein weiter Weg zur Walkmühle. Vor jedem Schützenfest muss die Obrigkeit „untertänigst“ um Genehmigung gebeten werden. Der Antrag geht über den Magistrat der Stadt an den Königlichen Forstmeister, der wiederum die Königliche Domänenverwaltung in Hannover befragen muss. Es ist verständlich, dass die Schützen nach kürzeren Wegen, aber besonders nach einem eigenen Gelände streben. Doch ganz so weit ist es noch nicht.

 

Im Jahre 1862 bietet sich den Schützen die Chance, eine eigene Schießanlage in der Stadt zu schaffen:

 

Im Zuge der Besiedlung des Flurstücks „Hohe Worth“ waren bereits um 1840 Gelände östlich der Stader Chaussee zum Kauf angeboten worden. Zunächst wird ein Streifen entlang der Straße mit Wohnhäusern und daran anschließenden Gärten bebaut. Das östlich davon gelegene Gelände kauft der Bremervörder Arzt Dr. Langenbeck; vielleicht in der Hoffnung, dass es auch einmal Bauland werden könnte.

 

Der Chaussee-Aufseher Carsten Schomacker betreibt in seinem neu gebauten Wohnhaus an dem Handelsweg nach Stade bald eine kleine Gastwirtschaft, die er nach und nach vergrößert. Als er das Anwesen Ende 1851 aus gesundheitlichen Gründen verkaufen will, bietet er „sein vor Bremervörde belegenes Wohnhaus ‚Schützenhof’ genannt“ im amtlichen Stader Intelligenz-Blatt meistbietend an.

 

Die Schützen der 1843 gegründeten Gesellschaft müssen für den schießsportlichen Teil des Festes bis 1865 lange Wege zur Walkmühle auf sich nehmen. Gefeiert wird überwiegend in der Stadt; und ganz offensichtlich ist der Schützenhof ein fester Anlaufpunkt auf dem Weg zum Horner Holz und zurück.

 

Der Vorstand, besonders aber ihr Kommandeur August Kohlmann setzt sich Mitte der 60er Jahre dafür ein, das angrenzende Gelände von Dr. Langenbeck zu erwerben, um hier eine Schießbahn für die Schützengesellschaft einzurichten.

 

Johann Wessel, der nach verschiedenen Besitzern jetzt den Schützenhof betreibt, entschließt sich, an seine Gastwirtschaft einen Saal anzubauen und dem gesamten Anwesen den offiziellen Namen „Schützenhof“ zu geben.

 

Wie aber soll die noch junge Schützengesellschaft den Kaufpreis von 6.000 Mark für ihr Gelände aufbringen? Ganz einfach, man leiht sich das Geld bei den Mitgliedern. Insgesamt werden 80 Schuldverschreibungen zu je 75 Mark ausgegeben, so genannte „Aktien“. Die Geldgeber zahlen den Betrag in die Kasse der Gesellschaft ein und erhalten dafür eine jährliche Verzinsung von 4%. Die Aktien sind nummeriert und auf jeder Mitgliederversammlung im Herbst werden zwei davon ausgelost und an die Besitzer zurück gezahlt.

 

80 Aktien geteilt durch zwei pro Jahr, ergibt eine Laufzeit der Finanzierung von 40 Jahren. Da es damals so gut wie keine inflationären Entwicklungen gibt, bleibt der Wert der eingezahlten Beträge erhalten, auch wenn die Rückzahlung erst nach Jahrzehnten erfolgt.

 

Eine vorzeitige Rückzahlung, etwa auf Bitten der Aktienbesitzer, ist nicht möglich. Um den Erwerber in Notzeiten aber nicht übermäßig leiden zu lassen, können die Aktien beliehen, verpfändet und sogar verkauft werden.

 

1865 herrscht an der Stader Chaussee emsiges Treiben. Wessel baut seinen Saal, die Schützen richten eine Schießbahn ein und legen den Park an. Im nächsten Frühjahr ist alles fertig.

 

Im Namen des Vorstandes der Schützen schreiben Kommandeur August Kohlmann und Schaffner Georg Trentwedel am 17. Mai 1866 einen Brief und „ersuchen den wohllöblichen Magistrat gehorsamst, zur Benutzung (der Schießbahn) eine gewogentliche Genehmigung erteilen zu wollen.“

 

Der Magistrat wendet sich noch am gleichen Tag an den sachkundigen Forstmeister Münter und bittet ihn besonders die Frage zu beantworten, „ob das Schießen nach dem Vogel auf der hinter dem Schützenplatze aufzurichtenden Stange mit Rücksicht auf den öffentlichen Verkehr in dem fraglichen Teile der südlichen Feldmark bedenklich erscheint?“

 

Forstmeister Münter hat seine Stellungnahme noch nicht abgegeben, da wird deutlich, dass er sich noch ein wenig Zeit lassen kann. In diesem Jahr wird es kein Fest in Bremervörde geben.

 

Österreich, und damit verbunden, das Königreich Hannover unterliegen den Preußen am 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz. Preußische Truppen besetzen daraufhin die welfenfreundliche Stadt Bremervörde. Im Frieden von Prag wird aus dem seit 1814 bestehenden Königreich Hannover eine preußische Provinz; Georg V. geht ins Exil nach Paris. An ein Schützenfest ist nicht zu denken.

 

Beim ersten Fest auf dem eigenen Gelände und im neu erbauten Saal des Schützenhofs wird Kürschnermeister Johann Nückel 1867 der erste Bremervörder König. Der erste Bremervörder, weil die Vorgänger eigentlich Hesedorfer waren. Die Schießbahn bei der Walkmühle lag nämlich in der Gemarkung Hesedorf.

 

Das Denkmal

In der Generalversammlung der Schützengesellschaft im Jahre 1902 schlägt Gustav Rolka vor, dem Begründer des Schützenparks und seinerzeitigen Kommandeur August Kohlmann eine Gedenktafel oder ähnliches zu stiften. Die Versammlung wählt zu diesem Zwecke einen Ausschuss, dem drei Vorstandsmitglieder und drei Schützen angehören.

 

Ein Jahr später, auf der Mitgliederversammlung im November 1903, berichtet Julius Hudtwalker über die Aktivitäten wegen des Kohlmann-Denkmals. Als Sprecher der Kommission, die mit diesem Thema beschäftigt ist, erklärt er, dass schon etwa 1.000 Mark gesammelt worden sind. Man ist zuversichtlich, den Rest auch bald zusammen zu haben, damit die Enthüllung zum nächsten Schützenfest stattfinden kann.

 

Wann die Entscheidung getroffen wurde, an Stelle einer Gedenktafel nun ein Denkmal zu bauen, ist den Unterlagen der Gesellschaft nicht zu entnehmen.

In der Mitgliederversammlung am 14. Juni 1904 gibt der Vorstand bekannt, dass die Einweihung des Kohlmann-Denkmals am ersten Tag des Schützenfestes stattfinden soll.

 

Als die Schützen am Sonntag, den 17. Juli 1904 nach dem Ausmarsch am frühen Nachmittag im Schützenpark ankommen, bilden sie zur Einweihung einen großen Kreis um das Rondell am neuen Denkmal.

 

Bürgermeister Isensee, seit einem Jahr im Amt und damit Präsident der Schützen, ist ebenso anwesend wie verschiedene Verwandte und Nachkommen von August Kohlmann und viele auswärtige Besucher des Schützenfestes. Bei herrlichem Sommerwetter wird das Denkmal mit der Büste August Kohlmanns feierlich eingeweiht.

 

Julius Hudtwalker erinnert an die Verdienste von August Kohlmann als Gründungsmitglied der Gesellschaft, Initiator des Schützenparks, Kommandeur der Gesellschaft und König des Jahres 1857/58.

 

Kohlmanns ältester Enkel, der Referendar Degener aus Hannover spricht den Dank der Familie aus und erwähnt dabei besonders die Spender „aus dem fernen New York und dem noch weiter entfernten San Francisco“ von wo namhafte Summen gekommen sind. Er fährt fort:

 

„Wenn unsere Schützengesellschaft wie bisher so auch ferner in

Treue zusammen hält, wenn die alt bewährten Bremervörder

Schützenfeste wie bislang so auch in Zukunft in trauter Harmonie

und echt deutscher Fröhlichkeit gefeiert werden, dann wird die

Schützengesellschaft nach dem Sinne des hier hoch Geehrten

(August Kohlmann) fortleben, ihm zur Ehre, allen

Bremervördern zur Freude. – Das hoffen und wünschen wir alle.

Lassen Sie uns diesem Wunsche Ausdruck verleihen; ich bitte sie

daher, meine geehrten Herrschaften, mit mir einzustimmen in den

Ruf: die Bremervörder Schützengesellschaft lebe Hoch!!“

 

Auszug aus dem Vortrag „August Kohlmann - ein Bremervörder Bürger“ von Kommandeur e.h. Jürgen Borgardt

 

Die Olympiahalle

Im Jahre 1961 wurde die Olympiahalle im Andenken an die zwei Olympiasieger der Schützengesellschaft errichtet und war rechtzeitig zum Schützenfest fertig.

Der Schützenpark aus der Vogelperspektive